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Landesverband Niedersachen-Bremen der DFG-VK

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und etwas mehr:

Ludwig Quidde, ein Bremer Bürger Friedensnobelpreisträger – Vorsitzender der DFG

mit Genehmigung des Autors Johann-Günther König aus Bremer Denkwürdigkeiten, Ein illustriertes Stadtbuch, Kellner Verlag 2024, S. 9:

Ludwig Quidde (1858–1941) ist bislang der einzige Bremer, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Er erhielt ihn 1927 gemeinsam mit dem französischen Pazifisten Ferdinand Buisson. Der in einer Bremer Kaufmannsfamilie aufgewachsene mutige Historiker und promovierte Privatgelehrte hatte sich schon in jungen Jahren gegen den Antisemitismus eingesetzt und ab 1894 vehement gegen Kaiser Wilhelm II. und den Militarismus Stellung bezogen. 1896 erhielt er wegen angeblicher Majestätsbeleidigung eine dreimonatige Gefängnisstrafe.
Als bekennender Pazifist wurde Ludwig Quidde 1902 ins Präsidium der Deutschen Friedensgesellschaft gewählt; den Vorsitz der heute noch bestehenden Gesellschaft hatte er in den Jahren 1914 bis 1929 inne. Neben der Ächtung des Krieges setzte er sich vor allem für eine Friedenssicherung durch internationale Kooperation ein.
Im Januar 1933, kurz bevor die Nazis die Macht an sich rissen, versuchte der das Schlimmste befürchtende Historiker seine Landsleute aufzurütteln:
»Ich habe nie aufgehört, mit einem gewissen Stolz mich als geborenen Bremer zu bekennen. Stolz? Worauf? Es ist doch eigentlich ganz unsinnig, auf das, was andere, Vorfahren, Landsleute, geleistet haben, stolz zu sein. … Als eine bezeichnende wertvolle Eigenschaft des hansischen Bürgertums habe ich immer empfunden das Vertrauen auf die eigene Kraft, den Verzicht auf obrigkeitliche Vergünstigung … Ich habe den Eindruck gehabt, daß … jeder bremische Bürger etwas von dem echt demokratischen oder republikanischen Bewußtsein hatte, ›der Staat sind wir‹.«
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste Ludwig Quidde nach Genf flüchten, wo er bis zu seinem Tod 1941 im Exil lebte. Ein Jahr zuvor war ihm seine deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden, weil er die Nazis treffend als »eine Bande von Verbrechern, Mördern, Räubern, Brandstiftern und … bestialischen Folterknechten, dazu Lügnern und Heuchlern« bezeichnet hatte.

… und wir wollen wir „unsere“ anderen Friedensnobelpreisträger nicht vergessen:

Die Initiatoren und Gründungsmitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft Bertha von Suttner (1843 – 1914) und Alfred Hermann Fried (1864 1921) erhielten den Friedensnobelpreis 1905 bzw. 1911.

Carl von Ossietzky (1889 – 1938) erhielt den Friedensnobelpreis im Jahr 1935. Er starb an den unter anderem im Konzentrationslager Esterwegen an den Lebensbedingungen und häufiger Misshandlung und Folter.

.. ein paar wenige Daten zur DFG-VK

Die Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) wurde 1892 gegründet und ist die älteste Friedensorganisation Deutschlands. Zur DFG-VK wurde sie durch den Zusammenschluss mit der Internationale der Kriegsdienstgegner und dem Verband der Kriegsdienstverweigerer. International ist die DFG-VK Teil verschiedener pazifistischer und antimilitaristischer Bündnisse und die größte deutsche Mitgliedsorganisation der War Resisters International (WRI).

Die Mitglieder der DFG-VK bekennen sich zur Grundsatzerklärung der War Resisters International „Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.“

Der Schriftsteller Otmar Leist (1921 – 2012) war Mitglied der DFG-VK und lange Zeit aktiv in der Bremer Gruppe

Und dann wäre historisch auch noch der Friedenswille einiger Bremer Bürger bemerkenswert, die seinerzeit dem zum Militärdienst gepressten Dichter Johann Gottfried Seume (1763 – 1810) zur Flucht verhalfen. Am Ufer der „Kleinen Weser“ erinnert an ihn eine Stele mit der Aufschrift „1783 wurde der Dichter auf seiner Flucht von Bremer Bürgern gerettet“).

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